Eisbaden – der ganz legale Kick

Eisbaden, Winterbaden, Eisschwimmen – wie man immer es auch nennt; es ist DER neue Trend, quasi das neue Bananenbrot. Aber was steckt wirklich dahinter?

Warum macht man so etwas? Kann das wirklich gesund sein? Seit wann gibt es Eisbaden schon? Das alles habe ich feinst säuberlich für euch recherchiert, selbst erprobt und getestet.

Ist Eisbaden ein vorübergehender Trend? Oder gekommen, um zu bleiben?

Das Eisbaden hat eine lange Tradition. Schon die Germanen sollen ihre Neugeborenen im kalten Wasser gebadet haben, um ihnen Kraft und Lebensenergie zu verleihen. Auch Johann Wolfgang von Goethe schwor bereits vor 200 Jahren auf das Eisschwimmen im Winter. Der bekannteste Vertreter und ein Vorreiter des Eisbades war jedoch der Pfarrer und Naturheilkundler Sebastian Kneipp. Er soll seine, damals für unheilbar erklärte Tuberkulose, durch das Baden im kalten Wasser überlebt haben. Er ist somit auch der Namensgeber für die „Kneipp-Medizin“, die sich seit über 100 Jahren in unserer Gesellschaft etabliert hat.

Im Norden Europas hat Eisbaden lange Tradition. Hier dient das Eisbaden als Energiebooster für die dunkle, kalte Jahreszeit. Es hat aber auch religiösen Hintergrund; orthodoxe Christen beispielsweise reinigen mit dem traditionellen kurzen Tauchgang ins kalte Wasser am 19. Jänner ihre Sünden und erinnern damit an die Taufe Jesu.

Ja, Eisbaden ist gesund – aber warum genau?

Wenn dein Körper in das Eisbad steigt, erlebt er einen kleinen Kälteschock. Dabei ziehen sich die Blutgefäße im Körper schlagartig zusammen, somit wird der Blutdruck kurzzeitig erhöht. Das Blut in den Armen und Beinen wird Richtung Körpermitte geführt, um den Wärmehaushalt der Organe sicherzustellen. Kurz darauf weiten sich die Blutgefäße stark, das Blut kann somit schneller zirkulieren – dabei wird die notwendige Wärme aufrechterhalten und der Kreislauf angeregt. Beim Eisbaden werden Blutgefäße und Kapillaren durch diesen Vorgang, ähnlich wie bei einem normalen Muskeltraining, trainiert und gestärkt.

Außerdem ist es wissenschaftlich bewiesen, dass sich, wenn man sich der Kälte aussetzt, die weißen Blutkörperchen vermehren, welche für die Abwehr der Erkältungsviren zuständig sind und Entzündungen hemmen.

Kann Eisbaden Fett verbrennen?

Als ob das nicht genug wäre, verwendet der Körper im Eisbad die braunen Fettzellen zur Wärmeerzeugung. Anders als bei den weißen Fettzellen isoliert das braune Fett nicht, sondern setzt Energie frei, die selbständig wärmt, sobald der Körper der Kälte ausgesetzt ist. Wärmegewinnung durch Kälteeinfluss, auch Thermogenese genannt. Dabei verbrennt das braune Fett Glukose und auch weißes Fett! Eisbaden macht also nicht dick, sondern trägt sogar zur Fettverbrennung bei. Je mehr und je öfter der Körper der Kälte ausgesetzt wird, desto mehr braunes Fettgewebe aktiviert er. Ergo reguliert der Körper den Wärmehaushalt besser und man ist kältefester.

Auch Regeneration, vor allem nach dem Sport, wird durch das Anregen der Durchblutung verstärkt. Nach starker Muskelbelastung sammeln sich Abfallprodukte des Energiestoffwechsels im Muskel, welche durch das kräftige Zirkulieren des Blutes beim Eisbaden schneller abtransportiert werden können. Die starke Durchblutung des Bindegewebes kann auch Cellulite mindern und ein schöneres Hautbild fördern. Diesen Effekt kann man an der Hautverfärbung nach dem Eisbad erkennen.

Kälte macht süchtig!

Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Einfach gesagt werden durch den Kälteschock Glückshormone freigesetzt, die bekanntlich als körpereigene Droge gelten. Das Eisbaden soll unter anderem helfen, Ängste abzubauen, Stress zu lindern, Panikattacken vorzubeugen und auch den Schlaf zu verbessern.

Meine persönliche Erfahrung mit Eisbaden

Ja, auch ich bin süchtig! Süchtig nach dem Gefühl der extremen Frische. Nach der meditativen Phase nach ein bis zwei Minuten im Wasser. Nach dem langsamen und selbständigen Aufwärmen des Körpers danach. Nach der tiefen Verbundenheit zur Natur. Und ich bin süchtig nach den schönen Winterkulissen, oft menschenleeren Seen und Ufern an den schönsten Plätzen Österreichs. Oft in Verbindung mit einem winterlichen Ausflug, den ich ohne das Eisbaden nie gemacht hätte.

Meine Regenartion nach dem Training und vor allem nach dem Laufen hat sich um ein Vielfaches verbessert. Ich fühl mich so fit und gesund wie noch nie – und das Wichtigste: Eisbaden macht Spaß, entschleunigt und hebt die Stimmung in den tristen Wintermonaten.

Mein Fazit zu Eisbaden:

Unbedingt ausprobieren! Was ihr beim Eisbaden beachten müsst und wir ihr es angehen solltet, erzähle ich euch schon bald in meinem nächsten Blogbeitrag.

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